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Liebe Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

die Folgen der Landesstellenplanung, die sich aus der Verlagerung der Krankenhausseelsorge in die allgemeinkirchlichen Dienste ergeben, haben in den letzten Wochen für viel Unruhe, Ärger und Fragen bei Kolleginnen und Kollegen gesorgt. Auch uns im Beirat hat der Termin 01. Juli 2021 sehr überrascht, zu dem die neuen Regelungen in wesentlichen Teilen rechtswirksam wurden.

Mit diesem Brief möchten wir als von euch gewählter Beirat auf diese Vorgänge eingehen, euch darüber informieren, wie der Beirat in diesen Prozess eingebunden war und wie wir nun aktiv sind.

Sehr überraschend erreichte uns über Kirchenrat Schurig in der letzten Beiratssitzung am 09.06.21 die Nachricht, dass bereits mit dem 01.07.2021 praktisch alle wesentlichen Veränderungen, unsere Stellen betreffend, in Kraft gesetzt werden. Konkretionen zu den einzelnen Sachverhalten gab es da noch nicht.

Am 01.07. erreichte mich dann als Mitglied der Handlungskonferenz eine Mail von Kirchenrat Schurig, in der in ein paar Zeilen genau dieser Sachverhalt angekündigt wurde. Dabei wurde insbesondere darauf eingegangen, dass wir ab diesem Datum nicht mehr Mitglieder mit Sitz und Stimme im Kirchenvorstand sind; ferner wurden die geltenden Übergangsregelungen im Zusammenhang mit den Dienstwohnungen kurz erläutert, wonach die Kolleg*innen unter uns, die derzeit in einer Dienstwohnung wohnen, dieses Anrecht bis zum Auszug bzw. Stellenwechsel auch behalten werden. 

Da mir die Form einer einfachen E-Mail zur Mitteilung eines solch gewichtigen Veränderungsprozesses nicht das richtige Medium zu sein schien, habe ich mich geweigert, diese Benachrichtigung über unseren Verteiler der ARGE an euch weiterzuleiten. Sowohl das Medium als auch der meines Erachtens nicht ausführlich genug erläuterte Inhalt haben mich dazu veranlasst. Ich habe das KR Schurig dann auch persönlich so mitgeteilt.

Vor einigen Tagen ging dann ein formelles Schreiben der Fachabteilung über die Regionalbischöf*innen und Dekan*innen raus. Ich hoffe, dieses Schreiben hat euch inzwischen erreicht. Hier werden etwas ausführlichere Informationen und Erklärungen nochmal zum Verteilungsbeschluss wie zur Verlagerung unserer Stellen gegeben.
Leider ist in dem Schreiben nicht erwähnt, dass es in den Entscheidungsprozessen auf Dekanatsebene weiterhin um die Zukunft einer ganzen Reihe von RE Stellen in der KHS gehen wird.

Wichtig ist mir auch, genau zu benennen, in welche Prozesse der Beirat eingebunden war und in welche nicht. Das wird aus dem Schreiben meines Erachtens nicht zureichend ersichtlich, da wir am Ende der Ausführungen als Ansprechpartner genannt werden, ohne informiert und gefragt worden zu sein.

Aktiv eingebunden waren wir in die Entstehung der Vorlage zum sogenannten Verteilungsbeschluss (Vorschlag zur Stellenverteilung). Das geschah in enger Kooperation mit Abteilung D. Hier waren wir von KR Schurig gut informiert und beteiligt und haben alle wichtigen Entscheidungen mit entwickelt und getragen. Das betraf u.a. die Vereinfachung des Berechnungsschlüssels, das Verfahren zur Berücksichtigung von Refinanzierungen sowie strategische Entscheidungen zugunsten der Erhaltung größerer Zentren und Teams. Zu diesem Teil der Landesstellenplanung geben wir gerne Auskunft und lassen uns auch kritisch befragen. 

N i c h t  beteiligt waren wir hingegen an den Überlegungen und Entscheidungen, die die Verlagerung der Krankenhausseelsorge in die allgemeinkirchlichen Dienste betreffen. Wir wussten, dass es solche Überlegungen gab, und haben von Anfang an sowohl gegenüber Kirchenrat Schurig als auch auf den landesweiten Tagungen zur Landesstellenplanung (etwa auf dem Hesselberg) immer darauf hingewiesen, dass wir diese Verlagerung nicht befürworten.

Das war gestützt durch eine Konsultation, die wir genau zu dieser Frage auf der Jahrestagung 2017 in Augsburg unter den Kolleg*innen durchgeführt hatten. Eine große Mehrheit der Kolleg*innen hatte sich damals für die bisherige Regelung ausgesprochen. Der Beirat hat seither diese Position überall dort, wo er angefragt war, auch vertreten.

Die Auskunft aus dem Landeskirchenamt gegenüber einer anfragenden Dekanin, vor allem wir Stelleninhaber*innen hätten uns für diesen Wechsel ausgesprochen, entbehrt deshalb jeglicher Grundlage.

Der Beirat wurde in dieser Frage nicht angefragt und nicht konsultiert!

Es wäre gut, wenn auch ihr in den Gesprächen vor Ort, die ihr sicherlich mit ganz unterschiedlichen Personen, evtl. auch auf kirchenleitender und synodaler Ebene führt, darauf hinweist.

Die Gespräche zum Thema, die inzwischen mit einer Reihe von Dekan*innen, Synodalen und Regionalbischöf*innen geführt wurden, haben zudem gezeigt, dass die im Beschluss der Synode enthaltene Veränderung für KHS und die damit verbundenen Konsequenzen vielen, auch vielen abstimmenden Synodalen nicht bewusst waren!
Gleichwohl ist dieses Gesetz nun zunächst einmal von der Synode beschlossen. Wir haben deshalb mit dem Pfarrer*innenverein Kontakt aufgenommen.

Daraus entstand das im Anhang beigefügte Schreiben, in dem wir unseren Einspruch formulieren, die gravierenden Konsequenzen deutlich wie auch ein paar Vorschläge zum weiteren Vorgehen machen. Dieses Schreiben ging am 29.07. vorab per Mail und am 30.07. postalisch an den Landeskirchenrat und an den Landessynodalausschuss.

Parallel dazu ist es sicherlich sinnvoll, dass auch ihr, insbesondere gegenüber Dekan*innen,  Dekanatsausschüssen sowie Synodal*innen vor Ort deutlich macht, welche gravierenden Folgen kurz und mittelfristig durch diesen Übergang für die Krankenhausseelsorge zu erwarten sind, insbesondere was die verschlechterte Besetzbarkeit dieser Stellen v.a. (aber nicht nur) in den Ballungsräumen angeht, sowie die damit verbundene Problematik, unter solchen Bedingungen Wohnraum in angemessener Nähe zu den jeweiligen Einsatzorten zu finden, um weiterhin eine Rufbereitschaft aufrechtzuerhalten, die eine solchen Namen verdient! Weitere Argumente liefert das Schreiben im Anhang.

Eine Reihe weiterer Fragen, die sich aus den Veränderungen ergeben, ist aus unserem Kenntnisstand heraus weiterhin unklar, und auch in dem Schreiben der Fachabteilung nicht abschießend verhandelt. Auch diese sind im Schreiben mit aufgeführt.

An dieser Stelle bitte ich euch, euch mit konkreten Umsetzungsfragen (etwa die Finanzierung, die Anstellungsverhältnisse unserer Verwaltungskräfte, das Kanzelrecht usw.) an die Dekan*innen und die landeskirchlichen Fachabteilungen zu wenden. Nur von dort lassen sich belastbare Antworten einfordern. Wo Klärungen erreicht wurden, freue ich mich über eine kurze Nachricht.

Auf der Jahrestagung in Würzburg, die wir hoffentlich in Präsenz werden durchführen können, ist der Dienstagnachmittag für freie Arbeits- und Gesprächsgruppen reserviert. Dort soll u.a. auch Zeit und Möglichkeit bestehen, uns über diesen Prozess, dabei gemachte Erfahrungen und neue Informationen auszutauschen sowie unser weiteres Vorgehen zu beraten.

KR Schurig hat mich vor ein paar Tagen mit der Idee kontaktiert, an diesem Nachmittag auch weitere Vertreter aus der Abteilung D und F dabei zu haben. Ich habe das grundsätzlich begrüßt. Wir klären gerade, ob das möglich ist. Alternativ ist an einen extra Zoomtermin gedacht.

Soviel für den Moment, um Euch auf dem Laufenden zu halten. Ab morgen bin ich im Urlaub.
Ich wünsche euch erholsame Urlaubstage, gute Begegnungen in der Klinik

und hoffe, viele von Euch im Herbst auf der JaTa zu treffen.

Montag 02.08.2021
Im Namen des Beirats

 

Das o.a. Schreiben können Mitglieder der ArGe über die Geschäftsstelle anfordern